Die Grammatik des Horoskops
Sonntag 20. September 2009 von Ouranos
Dem Anfänger fällt es oft schwer, sich im Wald des Horoskops zurechtzufinden. Da wird von einem Haus 1/Mars/Widder - Prinzip gesprochen und so getan, als könnte man diese drei Begriffe unter einen Hut bringen, weil sie sowieso das gleiche Thema ansprechen. Zum Suchen und Finden von Konstellationen mag das hilfreich sein, für die konkrete Deutung stellt es aber eher eine zusätzliche Hürde dar. Dann tauchen Fragen auf wie “Ist Venus in 1 dasselbe wie eine Venus im Widder?” od. “Wenn es um meine Art mich zu verständigen geht, nehme ich dann das 3.Haus oder den Merkur?”.
Diese Fragen habe ich mir auch oft gestellt, doch durch die Praxis bin ich zu einer Antwort gekommen:
Man nehme einfach an, die Tierkreiszeichen stellen Modalitäten dar, so wie die Adjektive. Die Adjektive können einen Sachinhalt nur näher beschreiben (Haus im Zeichen), sie können ihm Attribute geben. Oder im Sinne eines Adverbs können sie einen Vorgang näher beschreiben (Planet im Zeichen).
Die Häuser sind für die Sachinhalte zuständig, sie zeigen an, um was es überhaupt geht. Sie weisen eine Parallele zu den Nomen auf, die immer den Inhalt eines Satzes angeben, um den es geht.
Die Planeten schließlich sind die Verben, sie sorgen für die Emotionen und Gefühle, die wir beim ausagieren einer bestimmten Energie erleben. Sie bringen alles in Bewegung und versorgen uns mit Gefühlen, Eindrücken und Vorstellungen.
Um jetzt beim Beispiel zu bleiben: Der Unterschied zwischen einer Venus im Widder und einer Venus in 1 ist der, dass die Venus im Widder nur allgemein aussagt, dass die Art und Weise der Hingabe stürmischer und instinktiver Natur ist. Die Fähigkeit, etwas zu lieben oder anziehend zu finden ist mit den Attributen Entflammbarkeit, Kraft und schnelles Zulangen behaftet, man fackelt nicht lange, um sich zu holen, was man begehrt. Währenddessen kümmert sich die Venus in 1 um ihr eigenes Wohlergehen, sie gibt sich den eigenen (Trieb-)Bedürfnissen hin, wie z.B. Essen oder die Durchsetzung eigener Antriebe. Wie sie das anstellt, verrät und wiederrum die Zeichenposition.
Michael Roscher sagte, dass z.B. die Venus nicht unbedingt für die Liebe im zwischenmenschlichen Sinne verantwortlich sein muss, wenn sie nicht Herrscher von 7 ist. Wäre sie z.B. Herrscher von 3 in 9, dann wäre die Radix-Venus nur für die Liebe und Anziehung zum Ausland, zu weiten Reisen oder Bildung zuständig, nicht jedoch für eine Beziehung zu einem anderen Menschen.
Dieser Aussage möchte ich jedoch entgegenhalten, dass man die aktive Fähigkeit zu Lieben und etwas anziehend zu finden nur über den Planeten Venus erfahren kann. Es stimmt zwar schon, dass ich die Partnerschaftsthemen eines Menschen hauptsächlich über das 7.Haus und dessen Konstellationen abdecken kann, jedoch gibt mir das 7.Haus nur eine Sachinformation über meine Partnerschaftsthemen. Das dortige Zeichen und der Herrscherplanet sagen mir dann noch, wie ich anderen begegne und was sich aktiv abspielt, jedoch erfahre ich dort nichts über meine aktive Fähigkeit, Liebe und Ästhetik zu empfinden. Denn bestimmte Gefühle empfinden können wir nur über die Planeten und ihre Energien.
Wenn jetzt die Venus in 3 stünde, wäre so jemand z.B. an Selbstdarstellung und Kommunikation interessiert, er möchte sich gerne ästhetisch kleiden und einen ergänzenden verbalen Umgang pflegen. Vielleicht ließt er auch gerne und liebt Wortspiele. Jedenfalls kann er die Fähigkeit zu Lieben über das 3.Haus entdecken, und diese Fähigkeit zu Lieben braucht es in einer jeden Liebesbeziehung. Dieser Mensch würde vielleicht über seine 3.Haus-Anlagen lernen, jemand anderen zu Lieben und sich ihm hinzugeben, und erfahren kann er das über Schrift und Wort (Haus 3). Also z.B. über Flirts, Liebesbriefe usw.
So, nun genug Grammatik für heute
Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 20. September 2009 um 18:45 und abgelegt unter Astrologie. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.